1) Natur

Gehen Sie ins Grüne. Bereits 10 Minuten im Wald oder Park senken nach einer US-Studie messbar den Stresspegel. Zwei bis drei Stunden Natur pro Woche wirken nachweislich positiv auf die Gesundheit.

 

2) Produktiver Alltag

Das menschliche Gehirn hat eine Handwerkermentalität, d. h.: Ein materiell sichtbares Ergebnis erzeugt im Gehirn viel eher das Gefühl von Zufriedenheit als etwa das Arbeiten am Computer. Ziehen Sie am Abend Bilanz: Was haben Sie heute geputzt, gekocht, gewaschen, repariert usw.? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie daran denken?

 

3) Aromatherapie

Düfte können unsere Stimmung beeinflussen. Besorgen Sie sich eine Duftlampe und zwei, drei ätherische Öle, die Sie mögen. Es gibt eine große Auswahl von blumigen, krautigen, holzigen, waldigen und anderen Noten. Spüren Sie in sich hinein, ob Sie eher etwas Belebendes (z. B. Blutorange, Limette) oder Entspannendes (z. B. Vanille, Lavendel) brauchen. Manchen Ölen wie z. B. Bergamotte sagt man sogar eine stimmungsaufhellende Wirkung nach - einfach ausprobieren.

 

4) Ausmisten

Sich von Dingen zu trennen, die man nicht mehr braucht, ist eine einfache Übung im Loslassen und bewirkt bei vielen Menschen ein Gefühl von Freiheit oder Leichtigkeit (siehe auch Punkt 2). Es genügt schon ein kleiner Bereich, z. B. eine einzelne Schublade in einer Kommode oder in der Küche oder ein einzelnes Fach im Kleiderschrank. Wenn man so anfängt, ist die Hürde nicht zu groß und es kann sogar die Motivation zum Weitermachen entstehen (aber wenn nicht, dann zwingen Sie sich nicht). Alternativ kann man nach Kategorien arbeiten wie etwa Zeitungen/Zeitschriften, Rechnungen oder Schmuck. (PS: Falls Sie sich damit überfordert fühlen, holen Sie sich Unterstützung bei einer Ordnunscoachin/einem Ordnungscoach.)

 

5) Rituale schaffen

Kinder lieben Rituale wie die Gutenachtgeschichte, aber auch Erwachsene erleben Rituale als beruhigend. Man kann sie zu verschiedenen Zeitpunkten einbauen, z. B., um in den Tag zu starten, um den Feierabend einzuläuten, um das Wochenende zu zelebrieren oder auch, um sich auf den Beginn eines neuen Monats einzustellen. Haben Sie schon eines für sich gefunden? Wenn nicht, hier einige Anregungen:

- morgens meditieren oder Gymnastik/Yoga/die fünf Tibeter etc. machen;

- wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen, eine Tasse (Kräuter-)Tee trinken oder ein paar Minuten Musik hören;

- am Wochenende etwas Besonderes frühstücken (z. B. eine Avocado, ein Croissant, ...);

- sich einen Monatskalender mit schönen Bildern anschaffen und jeweils am Monatsanfang bewusst das Kalenderblatt umblättern.

 

6) Dankbarkeit

Wofür sind Sie ganz allgemein in Ihrem Leben dankbar? Denken Sie einmal darüber nach. denn vieles ist nicht so selbstverständlich, wie wir meinen. Hilfreich ist dabei vielleicht: Erinnern Sie sich an eine Zeit in Ihrem Leben, wo Sie sich etwas gewünscht haben, was Sie inzwischen erreicht haben.

Fragen Sie sich außerdem, wofür Sie speziell heute dankbar sind. Schließen Sie scheinbar kleine Dinge ein wie Wäsche waschen (siehe Punkt 2), einen Blumenstrauß kaufen, dass die Sonne scheint, einen guten Kaffee trinken, ein Kompliment bekommen, einen Spaziergang (siehe Punkt 1), ein nettes (Telefon-)Gespräch, ... Sie können sich das z. B. jeden Abend vor dem Einschlafen durch den Kopf gehen lassen (siehe Punkt 5) oder auch ein Dankbarbeitstagebuch führen.

 

7) Selbstkritik reduzieren

Beobachten Sie Ihre Gedanken. Wenn Sie bemerken, dass Sie sich selbst abwerten, halten Sie inne. Hinterfragen Sie: Kann ich absolut sicher sein, dass das stimmt? Und wenn Sie einen Fehler gemacht haben, stellen Sie sich die Frage: Wie ist das gekommen? Waren Sie müde, überlastet? Hat Ihnen eine Information gefehlt? Oft zeigt sich, dass es gute Gründe dafür gibt, warum der Fehler aufgetreten ist. (PS: Um Selbstkritik zu reduzieren, ist natürlich auch Psychotherapie eine gute Idee.)

 

8) Den Geist füttern

Was interessiert Sie? Geschichte, Physik, Tiere, Psychologie, Politik, Biografien, ... ? Suchen Sie sich eine Dokumentation (z. B. bei Youtube oder Streaming-Anbietern) oder einen Podcast zu dem Thema und freuen Sie sich daran, etwas Neues zu lernen. Vorsicht bei schwierigen Themen wie Krieg, Umweltzerstörung etc.: Im Sinn der psychischen Gesundheit sollten Sie sich nicht zu häufig damit auseinandersetzen.

 

9) Entspannungstechniken

Es gibt eine große Auswahl an Entspannungstechniken. Zu ihnen gehören Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Meditation, Atemübungen u. a. Finden Sie heraus, ob Sie eine davon anspricht, und praktizieren Sie sie regelmäßig. Sie können dafür bei Bedarf auf das Internet zurückgreifen (z. B. geführte Meditationen auf Youtube, Apps wie 7Mind, Headspace etc.). Entspannung ist natürlich auch durch Bewegung (z. B. Joggen, Radfahren, Yoga) oder Wellness möglich.

 

10) Die Balance zwischen Geselligkeit und Alleinsein finden

Jeder Mensch braucht für sein Wohlbefinden soziale Kontakte, es tut aber auch jedem Menschen das gut, was heute als "Me-Time" bezeichnet wird. Wichtig ist dabei die Balance: Zu wenige soziale Kontakte rufen in vielen Fällen ein Gefühl von Einsamkeit hervor und können sogar die Entstehung von psychischen Erkrankungen begünstigen. Zu viele soziale Kontakte können dazu führen, dass man sich zu stark nach außen orientiert, die eigene Mitte verliert und bei entsprechender (Hoch-)Sensibilität überreizt wird. Umgekehrt ist es ein Zeichen für eine reife, entwickelte Persönlichkeit, nicht immerzu andere Menschen um sich herum zu brauchen, sondern auch mit sich allein eine angenehme Zeit verbringen zu können. Finden Sie heraus, wie viel von beidem Ihre Wohlfühlmischung ist - es ist individuell unterschiedlich. Außerdem kann es sich phasenweise ändern. Bleiben Sie gut in Kontakt mit sich, fragen Sie sich von Tag zu Tag: Wie gern mag ich heute Menschen um mich haben? Wie gern mag ich heute allein sein?